Lagebericht
MaterialScience lässt Krise hinter sich

Bayer steigert Umsatz und Ergebnis im 2. Quartal

  • Quartals-Umsatz 9,2 Mrd € (+14,6 %) 
  • EBITDA vor Sondereinflüssen 1,9 Mrd € (+8,6 %)
  • Bereinigtes Ergebnis je Aktie 1,15 € (+9,5 %) 
  • Gesteigerte Zukunftsinvestitionen – F & E-Aufwand +12,7 % 
  • 2010: Konzern-Ausblick bestätigt

1. Umsatz, Ertrags- und Finanzlage im Überblick

2. Quartal 2010

Im 2. Quartal 2010 erzielte der Bayer-Konzern erneut ein Umsatz- und Ergebnisplus. MaterialScience konnte sein Geschäft kräftig ausweiten: Die Absatzmengen lagen wieder auf Vorkrisenniveau. HealthCare verbesserte den Umsatz leicht und erzielte ein Ergebnis in der Größenordnung des Vorjahres. Das CropScience-Geschäft lag unter Vorjahr. Hier verzeichneten wir in einem wettbewerbs- und witterungsbedingt schwierigen Marktumfeld Mengen- und Preiseinbußen.
Der Konzernumsatz wuchs um 14,6 % auf 9.179 Mio € (Vorjahr: 8.009 Mio €). Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte (wpb.) verzeichneten wir ein Plus von 9,2 %. Der Umsatz von HealthCare erhöhte sich um 6,4 % (wpb. +2,0 %). Im CropScience-Geschäft verzeichneten wir währungsbedingt ein Umsatzplus von 1,7 % (wpb. -5,5 %). Der Umsatz von MaterialScience stieg deutlich um 46,9 % (wb. +40,5 %).
Umsatz Bayer-Konzern pro Quartal
Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Bayer-Konzerns verbesserten wir um 8,6 % auf 1.917 Mio € (Vorjahr: 1.765 Mio €). Hierzu haben vor allem der erfreuliche Geschäftsverlauf bei MaterialScience und Consumer Health sowie positive Währungseffekte beigetragen. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen betrug 20,9 % (Vorjahr: 22,0 %).
EBITDA vor Sondereinflüssen Bayer-Konzern pro Quartal
HealthCare erwirtschaftete ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 1.102 Mio € (Vorjahr: 1.112 Mio €). Hierin waren deutlich erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten, die der Unterstützung unserer sich weiterhin positiv entwickelnden Forschungs- und Entwicklungspipeline dienten. CropScience blieb mit einem um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA von 396 Mio € um 20,3 % unter dem Ergebnis des Vorjahres (497 Mio €). MaterialScience erreichte ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 371 Mio € und übertraf damit den konjunkturbedingt schwachen Vorjahreswert von 121 Mio € erheblich.
Unter Berücksichtigung von EBITDA-wirksamen Sonderaufwendungen von 123 Mio € erzielte der Bayer-Konzern im 2. Quartal ein EBITDA von 1.794 Mio € (Vorjahr: 1.709 Mio €).
Das EBIT vor Sondereinflüssen verbesserte sich um 14,4 % auf 1.260 Mio € (Vorjahr: 1.101 Mio €). Das 2. Quartal 2010 war durch Sondereinflüsse in Höhe von insgesamt -255 Mio € belastet (Vorjahr: -80 Mio €). Die Sondereinflüsse resultierten aus Rechtsfällen (-123 Mio €) und aus der außerplanmäßigen Teilabschreibung (-132 Mio €) des Krebsmedikaments Zevalin®. Auf HealthCare entfielen insgesamt -189 Mio € und auf CropScience -66 Mio €. Das EBIT des Bayer-Konzerns verringerte sich um 1,6 % auf 1.005 Mio € (Vorjahr: 1.021 Mio €).
Unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von -261 Mio € (Vorjahr: -292 Mio €) betrug das Ergebnis vor Ertragsteuern 744 Mio € (Vorjahr: 729 Mio €). Das Finanzergebnis beinhaltete insbesondere ein Zinsergebnis von -138 Mio € (Vorjahr: -154 Mio €), Aufwendungen für die Aufzinsung von Pensions- und sonstigen Rückstellungen von 89 Mio € (Vorjahr: 107 Mio €) sowie ein Kursergebnis von -19 Mio € (Vorjahr: -13 Mio €). Der Steueraufwand belief sich auf 220 Mio € (Vorjahr: 199 Mio €). Das Ergebnis nach Steuern ging auf 524 Mio € (Vorjahr: 530 Mio €) zurück. Hiervon entfiel ein Ergebnis von -1 Mio € (Vorjahr: -2 Mio €) auf andere Gesellschafter.
Damit erreichte das Konzernergebnis 525 Mio € (Vorjahr: 532 Mio €). Das Ergebnis je Aktie betrug 0,63 € (Vorjahr: 0,67 €). Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg auf 1,15 € (Vorjahr: 1,05 €); zur Berechnung siehe Kapitel 7 „Bereinigtes Ergebnis je Aktie“.
Brutto-Cashflow/Netto-Cashflow pro Quartal
Insbesondere aufgrund der guten Geschäftsentwicklung bei MaterialScience verbesserte sich der Brutto-Cashflow des Konzerns im Vorjahresvergleich um 3,0 % auf 1.286 Mio € (Vorjahr: 1.248 Mio €). Den Netto-Cashflow steigerten wir – auch durch unsere Maßnahmen zur weiteren Verbesserung des Working-Capital-Managements – um 10,4 % auf 1.545 Mio € (Vorjahr: 1.399 Mio €).
Die Nettofinanzverschuldung des Bayer-Konzerns erhöhte sich von 9,7 Mrd € am 31. März auf 10,7 Mrd € am 30. Juni 2010. Dieser für das 2. Quartal typische Anstieg war insbesondere auf die Dividendenausschüttung in Höhe von 1,2 Mrd €, die jährliche Auszahlung für variable Vergütungen an unsere Mitarbeiter sowie auf erwartungsgemäß hohe Zinszahlungen zurückzuführen, da der Hauptzinstermin für unsere Anleihen ebenfalls ins 2. Quartal fällt. Hinzu kamen negative Währungseffekte von 0,6 Mrd €.
Im 2. Quartal 2010 erhöhten sich die Netto-Pensionsverpflichtungen insbesondere aufgrund gesunkener langfristiger Kapitalmarktzinsen von 6,9 Mrd € auf 7,7 Mrd €.

1. Halbjahr 2010

Bezogen auf das 1. Halbjahr 2010 konnte der Bayer-Konzern Umsatz und Ergebnis deutlich steigern. Dabei profitierten wir insbesondere von der signifikanten Erholung des MaterialScience-Geschäfts.
Der Umsatz stieg um 10,0 % auf 17.495 Mio € (Vorjahr: 15.904 Mio €). Währungs- und portfoliobereinigt entspricht dies einem Anstieg um 7,7 %. Dabei konnte HealthCare ein leichtes Wachstum von 2,3 % (wpb.) erzielen. Der CropScience-Umsatz sank vor allem aufgrund ungünstiger Witterungs- und Marktbedingungen um 7,9 % (wpb). Bei MaterialScience sahen wir infolge der konjunkturellen Erholung ein deutliches Wachstum um 39,3 % (wb.).
Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 10,8 % auf 3.835 Mio € (Vorjahr: 3.460 Mio €). Im 1. Halbjahr verbesserte sich das EBIT vor Sondereinflüssen um 19,6 % auf 2.534 Mio € (Vorjahr: 2.118 Mio €). Die Sondereinflüsse beliefen sich in Summe auf -332 Mio € (Vorjahr: -124 Mio €). Das EBIT des Bayer-Konzerns wuchs um 10,4 % auf 2.202 Mio € (Vorjahr: 1.994 Mio €).
Unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von -505 Mio € (Vorjahr: -626 Mio €) betrug das Ergebnis vor Ertragsteuern im 1. Halbjahr 1.697 Mio € (Vorjahr: 1.368 Mio €). Das Finanzergebnis beinhaltet ein Zinsergebnis von -255 Mio € (Vorjahr: -333 Mio €). Nach Abzug eines Steueraufwands von 479 Mio € (Vorjahr: 414 Mio €) erreichten wir ein Ergebnis nach Steuern von 1.218 Mio € (Vorjahr: 954 Mio €).
Nach Anteilen anderer Gesellschafter ergab sich für das 1. Halbjahr 2010 insgesamt ein Konzernergebnis von 1.218 Mio € (Vorjahr: 957 Mio €). Das Ergebnis je Aktie betrug 1,47 € (Vorjahr: 1,22 €). Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie erhöhte sich um 19,9 % auf 2,35 € (Vorjahr: 1,96 €); zur Berechnung siehe Kapitel 7.
Der Brutto-Cashflow verbesserte sich im Vergleich zum 1. Halbjahr 2009 – insbesondere infolge der Geschäftsausweitung bei MaterialScience – um 4,1 % auf 2.557 Mio € (Vorjahr: 2.457 Mio €). Der Netto-Cashflow stieg um 8,8 % auf 2.277 Mio € (Vorjahr: 2.092 Mio €). Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich zum 30. Juni 2010 auf 10,7 Mrd € (31. Dezember 2009: 9,7 Mrd €). Die Nettopensionsverpflichtungen als Saldo von Pensionsverpflichtungen und Planvermögen stiegen im Vergleich zum 31. Dezember 2009 vor allem aufgrund gesunkener langfristiger Kapitalmarktzinsen um 1,3 Mrd € auf 7,7 Mrd €.
http://www.aktionaersbrief-q2-2010.bayer.de/de/finanzlage.aspx

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