Lagebericht
8. Finanzlage Bayer-Konzern
| Kapitalflussrechnung Bayer-Konzern (Kurzfassung) | [Tabelle 15] |
|---|
| | 2. Quartal 2009 | 2. Quartal 2010 | 1. Halbjahr 2009 | 1. Halbjahr 2010 |
| | in Mio € | in Mio € | in Mio € | in Mio € |
| Brutto-Cashflow* | 1.248 | 1.286 | 2.457 | 2.557 |
| Veränderung Working Capital/Sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge | 151 | 259 | -365 | -280 |
| Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) | 1.399 | 1.545 | 2.092 | 2.277 |
| Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit | -349 | -427 | -479 | -740 |
| Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit | -3.579 | -1.613 | -1.875 | -1.728 |
| Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit | -2.529 | -495 | -262 | -191 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang | 4.365 | 3.041 | 2.094 | 2.725 |
| Veränderung aus Wechselkurs-/Konzernkreisänderungen | -2 | 5 | 2 | 17 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende | 1.834 | 2.551 | 1.834 | 2.551 |
Vorjahreswerte angepasst * Brutto-Cashflow: Ergebnis nach Steuern zuzüglich Ertragsteueraufwand zuzüglich Finanzergebnis abzüglich gezahlter bzw. geschuldeter Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen zuzüglich bzw. abzüglich Veränderungen der Pensionsrückstellungen abzüglich Gewinne bzw. zuzüglich Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen sowie zuzüglich nicht zahlungswirksamer Effekte aus der Neubewertung übernommener Vermögenswerte. Die Position Veränderung der Pensionsrückstellungen umfasst sowohl die Korrektur nicht zahlungswirksamer Effekte im operativen Ergebnis als auch Auszahlungen aufgrund unserer Pensionsverpflichtungen. |
Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow)
Der Brutto-Cashflow des 2. Quartals 2010 erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 % auf 1.286 Mio € (Vorjahr: 1.248 Mio €). HealthCare verzeichnete einen leicht rückläufigen Brutto-Cashflow. Bei CropScience führte der Rückgang im operativen Ergebnis zu einem deutlich niedrigeren Brutto-Cashflow. MaterialScience hingegen konnte den Brutto-Cashflow geschäftsbedingt signifikant verbessern. Der Netto-Cashflow des Konzerns stieg – auch durch unsere Maßnahmen zur weiteren Verbesserung des Working-Capital-Managements – um 10,4 % auf 1.545 Mio € (Vorjahr: 1.399 Mio €). Im Netto-Cashflow waren Ertragsteuerzahlungen in Höhe von 319 Mio € (Vorjahr: 114 Mio €) enthalten.
Bezogen auf das 1. Halbjahr 2010 erhöhte sich der Brutto-Cashflow vor allem aufgrund des höheren operativen Ergebnisses um 4,1 % auf 2.557 Mio € (Vorjahr: 2.457 Mio €). Der Netto-Cashflow stieg auf 2.277 Mio € (Vorjahr: 2.092 Mio €). Im Netto-Cashflow waren Ertragsteuerzahlungen in Höhe von 493 Mio € (Vorjahr: 133 Mio €) enthalten.
Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit
Im 2. Quartal 2010 sind im Rahmen der investiven Tätigkeit insgesamt 427 Mio € abgeflossen (Vorjahr: 349 Mio €). Die Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte verringerten sich um 1,4 % auf 365 Mio € (Vorjahr: 370 Mio €). Davon entfielen auf HealthCare 129 Mio € (Vorjahr: 117 Mio €), auf CropScience 69 Mio € (Vorjahr: 68 Mio €) und auf MaterialScience 141 Mio € (Vorjahr: 138 Mio €). Hierin sind u. a. Ausgaben für den Ausbau unseres chinesischen Standorts in Shanghai für die Herstellung von Polymer-Produkten sowie Ausgaben für eine strategische Allianz im Bereich der Krebsforschung enthalten. Die Ausgaben für Akquisitionen beliefen sich auf 1 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €). Zugeflossen sind im 2. Quartal 2010 unter anderem Einnahmen aus Desinvestitionen in Höhe von 24 Mio € (Vorjahr: 51 Mio €) sowie aus kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 24 Mio € (Vorjahr: Ausgaben: 3 Mio €).
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 sind im Rahmen der investiven Tätigkeit insgesamt 740 Mio € abgeflossen (Vorjahr: 479 Mio €). Hierin waren Ausgaben aus langfristigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 243 Mio € enthalten (Vorjahr: Einnahmen: 84 Mio €). Die Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sanken um 9,8 % auf 595 Mio € (Vorjahr: 660 Mio €). Davon entfielen auf HealthCare 198 Mio € (Vorjahr: 179 Mio €), auf CropScience 107 Mio € (Vorjahr: 144 Mio €) und auf MaterialScience 247 Mio € (Vorjahr: 244 Mio €). Die Ausgaben für Akquisitionen in Höhe von 18 Mio € entfielen im Wesentlichen auf den Erwerb der Artificial Muscle, Inc., USA, im März 2010 durch MaterialScience. Zugeflossen sind unter anderem Einnahmen aus Desinvestitionen in Höhe von 41 Mio € (Vorjahr: 51 Mio €) sowie Zins- und Dividendeneinnahmen in Höhe von 33 Mio € (Vorjahr: 32 Mio €).
Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit
Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit sind im 2. Quartal 2010 Mittel in Höhe von 1.613 Mio € abgeflossen (Vorjahr: 3.579 Mio €). Hierin enthalten sind Netto-Kreditrückzahlungen in Höhe von 250 Mio € (Vorjahr: 2.151 Mio €). Die Zinsausgaben sanken um 34,9 % auf 423 Mio € (Vorjahr: 650 Mio €). Dies ist u. a. auf den Abbau der Finanzverschuldung und gesunkene Zinssätze zurückzuführen. Die Auszahlungen für „Gezahlte Dividenden und Kapitalertragsteuer“ lagen bei 1.158 Mio € (Vorjahr: 969 Mio €).
Im 1. Halbjahr 2010 sind im Rahmen der Finanzierungstätigkeit Mittel in Höhe von 1.728 Mio € abgeflossen (Vorjahr: 1.875 Mio €). Hierin sind Netto-Kreditrückzahlungen in Höhe von 280 Mio € (Vorjahr: 326 Mio €) enthalten. Die Zinsausgaben sanken auf 519 Mio € (Vorjahr: 819 Mio €). Die Auszahlungen für „Gezahlte Dividenden und Kapitalertragsteuer“ lagen bei 1.158 Mio € (Vorjahr: 973 Mio €). Im Vorjahr wurden Ausgaben für den Erwerb von zusätzlichen Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 40 Mio € berücksichtigt. Diese umfassten im Wesentlichen Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb des 49-%-Anteils an Berlimed sowie des restlichen 10-%-Anteils der Bayer Polymers Shanghai.
Flüssige Mittel und Nettofinanzverschuldung
| Nettofinanzverschuldung | [Tabelle 16] |
|---|
| | 31.12.2009 | 31.03.2010 | 30.06.2010 |
| | in Mio € | in Mio € | in Mio € |
| Anleihen | 8.301 | 8.405 | 8.308 |
| davon Hybridanleihe | 1.267 | 1.297 | 1.322 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 3.251 | 3.322 | 3.653 |
| Leasingverbindlichkeiten | 550 | 572 | 612 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten | 578 | 789 | 1.016 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 178 | 188 | 177 |
| - Positive Marktwerte aus der Sicherung bilanzieller Risiken | 426 | 548 | 516 |
| Finanzverschuldung | 12.432 | 12.728 | 13.250 |
| - Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2.725 | 3.041 | 2.551 |
| - Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 16 | 25 | 2 |
| Nettofinanzverschuldung | 9.691 | 9.662 | 10.697 |
Die Nettofinanzverschuldung des Bayer-Konzerns erhöhte sich zum 30. Juni 2010 auf 10,7 Mrd €. Dieser Anstieg im 2. Quartal war insbesondere auf die Dividendenausschüttung in Höhe von 1,2 Mrd € sowie auf negative Währungseffekte in Höhe von 0,6 Mrd € zurückzuführen. Hinzu kamen die jährliche Auszahlung für variable Vergütungen an unsere Mitarbeiter sowie erwartungsgemäß hohe Zinszahlungen, da der Hauptzinstermin für unsere Anleihen ebenfalls ins 2. Quartal fällt. Der Konzern verfügte zum 30. Juni 2010 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2,6 Mrd €. Am Bilanzstichtag belief sich unsere Finanzverschuldung auf 13,3 Mrd €. Darin enthalten ist die im Juli 2005 begebene nachrangige Hybridanleihe mit 1,3 Mrd €. Bei der Beurteilung der Nettofinanzverschuldung ist zu berücksichtigen, dass die Hybridanleihe von Moody’s zu 75 % und von Standard & Poor’s zu 50 % als Eigenkapital bewertet wird. Verglichen mit klassischem Fremdkapital werden die ratingspezifischen Verschuldungskennziffern des Konzerns daher mit der Hybridanleihe deutlich entlastet. Im 2. Quartal 2010 stiegen unsere langfristigen Finanzverbindlichkeiten von 10,7 Mrd € auf 11,0 Mrd €. Gleichzeitig stiegen die kurzfristigen Finanzver-bindlichkeiten von 2,7 Mrd € auf 2,8 Mrd €.
Unser langfristiges Emittentenrating bewertet Standard & Poor’s mit A- mit negativem Ausblick bzw. Moody’s mit A3 mit stabilem Ausblick. Die kurzfristigen Bewertungen liegen bei A-2 (Standard & Poor’s) bzw. P-2 (Moody’s). Diese Investment Grade Ratings dokumentieren eine gute Bonität.
Netto-Pensionsverpflichtungen
| Netto-Pensionsverpflichtungen | [Tabelle 17] |
|---|
| | 31.12.2009 | 31.03.2010 | 30.06.2010 |
| | in Mio € | in Mio € | in Mio € |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 6.517 | 7.051 | 7.839 |
| - Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen | 100 | 105 | 112 |
| Netto-Pensionsverpflichtungen | 6.417 | 6.946 | 7.727 |
Im 2. Quartal 2010 erhöhten sich die Netto-Pensionsverpflichtungen insbesondere aufgrund gesunkener langfristiger Kapitalmarktzinsen von 6,9 Mrd € auf 7,7 Mrd €. Dabei stiegen die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen von 7,1 Mrd € auf 7,8 Mrd €. Die Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen, die in der Bilanz unter der Position „Sonstige Forderungen“ ausgewiesen werden, betrugen 0,1 Mrd € (31. März 2010: 0,1 Mrd €).