An einer nachhaltigen Verwendung von Kohlendioxid (CO2) arbeiten Forscher von Bayer MaterialScience und Bayer Technology Services zusammen mit der RWE Power AG sowie der RWTH Aachen University als akademischem Partner. Im Mittelpunkt des Projekts „Dream Production“ stehen die Errichtung und Inbetriebnahme einer Pilotanlage im Chempark Leverkusen. Hier sollen im Kilogramm-Maßstab Polyetherpolycarbonatpolyole (PPPs) produziert werden, die zu Polyurethanen weiterverarbeitet werden. Dabei wird CO2 chemisch gebunden und findet so nachhaltig Verwendung als Werkstoff. Die Schlüsseltechnologie hierfür ist die Katalyse.
Katalysetechnologie wird derzeit bei der Herstellung von mehr als 85 Prozent aller chemischen Produkte eingesetzt, auch bei den sogenannten „Dream Reactions“ – Reaktionen, die im Labor erprobt wurden, von deren industrieller Umsetzung man aber bisher nur träumen konnte. Denn beim Versuch, CO2 nutzbar zu machen, war die Reaktionsträgheit von Kohlendioxid bisher eine Hürde. Durch Katalyse ist diese Traumreaktion im Labor aber bereits möglich geworden. Im Projekt „Dream Production“ sollen nun die vielversprechenden Ergebnisse aus dem Labor erstmals in den Technikumsmaßstab überführt werden. Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Projektträger betreute Initiative wird in den kommenden drei Jahren mit mehr als 4,5 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert.
Die durch die Katalyse gewonnenen PPPs sind äußerst attraktive Materialien. Neben der direkten Nutzung des CO2 eröffnen sich weitere interessante CO2-Einsparpotenziale durch Verwendung der aus den PPPs hergestellten Polyurethane. „Die Verwertung des Abfallproduktes CO2 zur Herstellung von vielseitigen Wertstoffen ist eine absolute Meisterleistung der Katalyse, auf die wir ebenso wie unsere Projektpartner sehr stolz sind“, sagt Patrick Thomas, Vorstandsvorsitzender von Bayer MaterialScience. „Darüber hinaus sparen Polyurethane als effizientestes organisches Dämmmaterial während ihrer Nutzungsdauer etwa 80-mal mehr Energie ein, als zu ihrer Herstellung benötigt wird. Somit erzielen PPPs einen doppelt positiven Effekt für den Umweltschutz.“